fragil
die dünne Haut der Zivilisation
Galerie Gap, Vitória, Brasilien
19.04.2017 – 31.05.2017
Kooperation / Leitung
Alanus Hochschule: Bianka Mieskes
Universidade Federal do Espirito Santo: Prof. Dr. Yiftah Peled
Zum Thema
http://www.n-tv.de/panorama/Vitoria-zaehlt-90-Morde-in-fuenf-Tagen-article19694117.html
http://www.n-tv.de/politik/Brasilien-schickt-Armee-nach-Vitoria-article19690641.html
fragil
die dünne Haut der Zivilisation
fragil
die dünne Haut der Zivilisation
Vitória, Espirito Santo, Februar 2017: die Militärpolizei streikt.
ein Phänomen, das im Grunde nicht existiert, denn die Polizei darf nicht streiken.
199 Personen sterben in drei Wochen.
Angst ist allgegenwärtig. Wochenlang traut sich niemand vor die Türe.
Eine ganze Stadt unter Hausarrest.
Geschäfte werden geplündert.
Szenen, die an die Fiktion eines ethischen Zusammenbruchs erinnern.
Eine prekäre Situation.
Die Polizisten fordern bessere Arbeitsbedingungen. Die lebensgefährliche Arbeit ist schlecht bezahlt. Oft bleiben die Gehälter ganz aus. Die Familien der Polizisten machen Druck und blockieren das Polizeirevier. Die Regierung verweigert sich einem Dialog und befielt statt dessen dem Mitlitär die Situation wieder in den Griff zu bekommen.
Karneval. Sambaschulen ziehen durch die Stadt – inmitten des Aufstandes, gesichert durch eine weitere beängstigende Prozession: die der Armee, bewaffnet mit Gewehren und Panzern. Doch die düstere Parade bringt nur wenigen Sicherheit – bei vielen weckt sie Erinnerungen an die Militärdiktatur.
Nach der Krise wird nicht ein Tag der Staatstrauer ausgerufen. Keine Nachricht mehr in den Medien. Totgeschwiegen. Das Leben geht weiter; doch die Trauer um dieToten wird noch lange bleiben.
Bianka Mieskes
Teilnehmer individuelle Projekte (begleitet und kuratiert von Bianka Mieskes)
Alanus Hochschule (Deutschland): Bianka Mieskes, Karin Humberg, Katharina Haupt, Robin Hengesbach, Qunyuan Wang. HSN (Norwegen): Cecilie Nagel Bergheim. IFCE (Brasil): Ispaide Idilécio. UFES (Brasilien): Yiftah Peled, M. Constantino, Ana Carolina Schmidel, Diego Contreras Novoa, Alexandre Marin, Geovanni Lima, Max Leandro, Natanael de Souza, Carla Désirée, Felipe Martins, Elvys Chaves, Tiago Sobreiro, Regina Serapião, Marilene de Jesus, Patrick Trujillo, Jéssica Sampaio.
Video Dokumentation
https://www.youtube.com/watch?v=0diAOcLev1c
fragil – die dünne Haut der Zivilisation Gruppenfoto
Bianka Mieskes-fragil-die dünne Haut der Zivilisation-Gesamtansicht Installation
Bianka Mieskes, fragil, 2017, Glasscherben, Mauer, 175 cm x 39 cm x 27 cm

Bianka Mieskes, protecao ou prisao (Schutz oder Gefängnis), Detail, 2017, Stacheldraht, Plastik, Mauer, 240 cm x 77 cm x 29 cm

Bianka Mieskes, protecao ou prisao (Schutz oder Gefängnis), 2017, Stacheldraht, Plastik, Mauer, 240 cm x 77 cm x 29 cm

Bianka Mieskes, links: protecao ou prisao (Schutz oder Gefängnis) rechts: repeat? (Wiederhohlen?), 2017
links: Yiftah Peled, Tourismo Definitivo, rechts: Bianka Mieskes, Carneval Militar, 2017

links: Katharina Haupt, was kann man von einer Gesellschaft nicht wegnehmen ohne daß alles zusammenbricht? rechts: Regina Serapiao, Sequelas

Carla Desirée, Ana Carolina Schmidel: moment of truth and moment to lie, Alexandre Marin, , Natanael Souza: Kit cidadao espírito-santense

Robin Hengesbach: Wieviel ist 164? 2017 Intervention im städtischen Raum, Gips, 2017 mit: Bianka Mieskes, Thiago Sobreiro, Elvys Chaves, Katharina Haupt, Qun Wang, Ispaide Idilecio

Robin Hengesbach: Wieviel ist 164? 2017 Intervention im städtischen Raum, Gips, 2017 mit: Bianka Mieskes, Thiago Sobreiro, Elvys Chaves, Katharina Haupt, Qun Wang, Ispaide Idilecio

von links nach rechts: Bianka Mieskes, Ispaide Idilecio, Cecile Nagel, Katharina Haupt, Robin Hengesbach